Private Fernsehsender locken die Zuschauer seit Jahren mit Gewinnspielen. Zu holen gibt es meist nicht viel, und niemand weiss, ob beim Spiel alles mit rechten Dingen zu- und hergeht.
Tatort ist der Sender Viva, an einem späten Abend in der vergangenen Woche. Auf dem Programm steht das Spiel «Swissquiz». Gesucht ist diesmal «ein Tierli mit i an zweiter Stelle. Wer e chli überleit, dem fallt sicher eins ii», sagt die blutjunge Moderatorin. Dann fordert sie das Publikum auf, anzurufen. Doch nichts tut sich. Kein Wunder, denkt sich die ahnungslose Zuschauerin: bei diesen Telefontarifen. Bereits der Versuch, auf die eingeblendete 0900er-Nummer anzurufen, kostet 1.85 Fr, ist auf dem Bildschirm zu lesen. Der Preis ist jedoch kaum der Grund dafür, dass es lange ruhig bleibt auf dem Sender. Anrufen und eine der möglichen Antworten zu kennen, genügt nämlich nicht. Eine Gewinnchance besteht nur, wenn die Anrufer bestimmte Nummern der Studioleitungen treffen. Was auf den ersten Blick als Geschicklichkeitsspiel daherkommt, ist zur Hauptsache reine Glückssache. «Ob ein Anruf ausgewählt wird, hängt vom Zufall ab», verkündet eine Laufschrift auf dem Bildschirm. Nachdem die Moderatorin gut 40 Minuten auf die Zuschauer eingeredet hat, wird dann doch noch eine Spielerin zugeschaltet, mit der passenden Antwort. Ihr Gewinn: zwei «Geldpakete» im Wert von 120 Franken. Dafür habe sie viermal versucht anzurufen, verrät sie der Moderatorin. Ergibt Telefonkosten von total 7.40 Fr., wenn man den Angaben des Senders glaubt. Dass diese Angaben zumindest ungenau sind, zeigt ein Selbsttest: Ein Anrufversuch, der nur 11 Sekunden dauert, schlägt mit satten 2.20 Fr. zu Buche - anstatt, wie angekündigt, mit 1.85 Fr. Immerhin haben sich die privaten Fernsehstationen inzwischen die Vorgaben des Bundesgerichts zu Herzen genommen. Die obersten Richter...
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