Ein neuer Vorstoss von Videospielgegnern will Jugendschutzsystem abschaffen und fordert generelle Verbote.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützte die Tagung des Vereins Sichtwechsel e.V. im Oktober in der über „audiovisuelle Medien“ diskutiert wurde und dessen Ergebnisse nun publik wurden. Zu den geladenen Gästen gehörten unter anderem der Medienpsychologe Dr. Rudolf H. Weiß, der als einer der schärfsten Kritiker von Videospielen mit Gewaltinhalten gilt. Aber dabei blieb es nicht, denn die Teilnehmer der Tagung waren größtenteils Unterzeichner des berüchtigten Kölner Aufrufs.
Die Tagung stellt in 16 Punkten bestimmte Forderungen, darunter „toxische Inhalte der Gewalt“ zum „Wohle der Allgemeinheit“ „aus unseren Medien herauszuhalten und [...] Zugang zu ihnen drastisch zu erschweren.“ Darunter fällt für den Verein beispielsweise auch, Medien die bislang ab 18 freigegeben zu sind, ganz zu verbieten. Auch die angebliche Verharmlosung medialer Gewalt durch die Bundeszentrale für politische Bildung soll endlich angegangen werden.
Als Beleg für ihre Forderungen können die Teilnehmer der Tagung praktischerweise auf ihre eigenen Forschungen zurückgreifen. So belegt Weiß anhand seiner Studie, dass viele Jugendliche GTA IV gespielt haben und das deswegen das bestehende Jugendschutzsystem nicht funktioniert, ergo abgeschafft werden sollte: “Wenn mehr als 2/3 aller befragten Jungen die Alterskennzeichnung von GTA IV egal ist [...] könnten nur noch Verkaufs- und Werbeverbote sowie Internetsperren weiter helfen.”

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