Nazis gehen im Web auf Brautschau: Rechtsradikale Singles suchen auf eigens eingerichteten Dating-Plattformen die grosse - braun gesinnte - Liebe.
«Ich bin ein Kerl, der für seine Rasse, sein Land und seine Überzeugung alles tun würde», beschreibt sich der 20-jährige Patrik selbst. Der junge Nazi ist im Cyberspace auf der Suche nach der Herzensdame, die mit ihm sein braunes Gedankengut teilt. Er wünscht sich «ein Mädel mit Verstand, Witz und Charme». Patrik steht damit nicht alleine da. Auf der Dating-Plattform sind Hunderte von Anzeigen geschaltet, darunter auch viele von Frauen. So sucht die deutsche Sabrina einen Mann, «dem unser Vaterland nicht am Arsch vorbeigeht».
Dass auch viele Singledamen die braune Partnersuche nutzen, verwundert die Soziologin Michaela Köttig wenig, da ihnen eine zentrale Rolle zukommt: «Die Frauen sind Bindeglied und stabilisieren die Szene.» Im Gespräch mit «sueddeutsche.de» erklärt sie, dass die Rechtsradikalen-Szene schon lange keine Männerdomäne mehr sei und warnt zugleich, dass politische Aktivistinnen im Rechtsextremismus von Polizei und Justiz unterschätzt werden.

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