Hannelore Kraft hat derzeit eine Menge Ärger. Die Sozialdemokratin kürzte ihren im Netz veröffentlichten Lebenslauf an entscheidender Stelle. Darüber berichtete ein Blogger, den sie jetzt rechtlich belangen will. Kraft liefert damit ein weiteres Beispiel für die fehlende Internet-Kompetenz in der deutschen Politik.
Schon in der Debatte um die so genannte "Kinderporno-Sperre" zeigten die Politiker der Großen Koalition, dass ihr Wissen um das weltweite Datennetz wohl eher beschränkt ist. An dieser Stelle sei auf die Äußerung von Frau von der Leyen verwiesen, die allen Ernstes digitale Kinderpornos mit Heroin verglich und davor warnte, dass man durch versehentliches Ansurfen einer solchen Schmutzseite "angefixt" werden könnte. So begründete sie einen Schritt, den andere als Zensur bezeichnen.
Zu Beginn der Woche outete sich eine weitere deutsche Spitzenpolitikerin als analoge Jüngerin des 20. Jahrhunderts. Die nordrhein-westfälische SPD-Chefin Hannelore Kraft hatte auf ihrer Website einen Lebenslauf veröffentlicht, in dem bis vor kurzem noch stand, dass sie von 1989 bis 2001 als "Unternehmensberaterin und Projektleiterin beim Zentrum für Innovation und Technik NRW (ZENIT GmbH) in Mülheim an der Ruhr" gearbeitet habe. Jetzt steht dort nur noch die Tätigkeitsbezeichnung. Die Firma ist gelöscht worden.
Nun muss man dazu wissen, dass die Zenit GmbH offensichtlich in einen äußerst unappetitlichen Fördermittelskandal verwickelt ist. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt.

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