Es war nur ein Routine-Eingriff. Doch seitdem ist alles anders. „Ärzte haben mein Leben verpfuscht“, sagt Winfried Zietlow (58).
Der Gymnasiallehrer aus Frohnau kann nicht mehr Sport und Erdkunde unterrichten, wurde frühpensioniert. Er traut sich kaum aus dem Haus, küsst seine Frau nicht mehr. „Ich fühle mich wie ein Aussätziger“, so Zietlow.
Der 4. Dezember 2007, sein Schicksalstag. Der Lehrer wollte sich am Virchow-Klinikum der renommierten Charité eine verdickte Vene am Hals wegoperieren lassen. 20 Jahre hatte er ohne Probleme mit dieser Wulst gelebt. Kein schwieriger Eingriff, versicherten die Ärzte. Sie spritzten ihm Alkohol. Die Vene sollte sich verschließen, die Wulst verschwinden.
Doch schon am Tag nach der OP begann sein Gesicht zu faulen. Vom Mund abwärts über die rechte Gesichtshälfte. Die Wulst war immer noch da. Zietlow: „Ich sah aus wie ein Lepra-Kranker!“
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