Der Prozess gegen regimekritische Demonstranten in Teheran ruft den Protest der Opposition hervor.
Der Samstag gehörte dem Regime, am Sonntag schlug die Opposition zurück. Mit ungewöhnlich scharfem Einspruch reagierte das Reformlager auf den Prozessauftakt gegen 100 Demonstranten und Reformpolitiker vor dem 15. Revolutionären Gerichtshof im Imam-Chomeini-Justizzentrum. Die ganze Anklage sei aus den Leitartikeln der Zeitung „Kayhan“ abgeschrieben, spottete die größte Reformpartei, die Beteiligungsfront des Islamischen Iran (IIPF), auf ihrer Website. „Kayhan“ ist das Sprachrohr des Obersten Religionsführers Ali Chamenei, der auch den Chefredakteur persönlich auswählt. Der frühere Präsident Mohammed Chatami sprach von einem „Schauprozess“ und geißelte als rechtswidrig, dass die Verteidiger der Angeklagten am Samstag nicht in den Gerichtssaal gelassen wurden, keine Akteneinsicht bekamen und vorab nichts über die Anklagepunkte erfuhren.
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