Der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, ist zum Auftakt eines mehrtägigen Besuchs in Hessen mit Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zusammengetroffen. Koch versicherte dem Dalai Lama, dieser habe in Deutschland viele Sympathien für sein Bemühen um mehr Selbstbestimmung der Tibeter. Der Dalai Lama war aus Polen angereist, wo er zum Ehrenbürger der Stadt Warschau ernannt worden war.
Der Dalai Lama habe große Sympathien in Hessen und ganz Deutschland und die Unterstützung vieler politischer Kräfte bei seinem Einsatz für mehr Selbstbestimmung der Tibeter, sagte Koch nach einer Begegnung mit dem geistlichen Tibeter-Oberhaupt in Neu-Isenburg. Koch betonte, für viele Menschen in der Welt und auch für ihn persönlich sei der Dalai Lama derjenige, der versuche, ausschließlich mit friedlichen Mitteln auf die Probleme der Tibeter aufmerksam zu machen.
Die Tibeter könnten im chinesischen Staatsverbund die Rechte nicht bekommen, die es zum Leben der eigenen Kultur brauche, sagte Koch. Der Dalai Lama habe immer wieder bekräftigt, mit Blick auf Tibet keine separatistischen Ziele zu verfolgen. Die Tibeter sollten jedoch Sprache, Religion und Lebensweise verwirklichen können. Die Menschen in Deutschland sähen mit großer Besorgnis, dass mit den Uiguren im Nordwesten der Volksrepublik einer weiteren Volksgruppe nicht die Freiheit gelassen werde, die eigene Kultur zu leben.
Der 74-jährige Dalai Lama legte Koch nach dessen Worten als Geste der Freundschaft einen weißen buddhistischen Schal um. Er sei "sehr froh", wieder in Deutschland zu sein, sagte er. Er sei einer Einladung buddhistischer Vereinigungen in Deutschland gefolgt.
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