Eine neue Klasse von Armut beschäftigt Tokyo: Cyber-Obdachlose oder «Netzflüchtlinge»-junge Japaner, die aus Geldmangel in den rund um die Uhr geöffneten Internetcafés der exorbitant teuren Metropole wohnen. Jetzt hat Tokyo ein Hilfszentrum für diese jungen Menschen eingerichtet. Die Anlaufstelle soll obdachlosen Japanern kleine Darlehen für ihre Lebenshaltungskosten und Mieten gewähren, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Auch solle das Hilfszentrum praktische Tipps zur Jobsuche, zum Sparen und zum Leben in einer Mietwohnung geben. Bisher seien bereits zahlreiche Anfragen von Hilfsbedürftigen eingegangen, erklärte der für Sozialhilfe zuständige Regierungsvertreter Isao Matsumoto. Japans Gesundheitsministerium schätzt, dass rund 5400 Japaner derzeit obdachlos sind und sich deshalb für ein Leben in den allgegenwärtigen Internet- und Zeitschriftencafés entschieden haben, die ihren Kunden neben Computern und Lesestoff auch Liegen, Getränke und Duschen anbieten. Die Cafés sind wie Stundenhotels ausgestattet. Für ungefähr 25 Franken dürfen die Gäste fünf Stunden bleiben und bekommen sogar eine Mahlzeit. Die Jugendlichen mit diesem unfreiwilligen Lebensstil nennen die Japaner auch «Netzflüchtlinge». Ein Drittel derer, die keine feste Adresse haben und nachts Zuflucht in 24-Stunden-Internet-Cafes suchen, sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Weitere 23 Prozent sind in ihren 50ern und verdingen sich oft als Tagelöhner. Oder haben gar keinen Job.......
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