Dass die chinesische Regierung rigoros den Zugriff auf regimekritische Websites sperrt, geht zwei Künstlern gegen den Strich. Sie fanden einen Weg, die Zensoren auszutricksen. Besucht der Chinese ein Internet-Café, muss er sich vor seinem Trip in den Cyberspace registrieren und einer Ausweiskontrolle unterziehen lassen. Die Räume werden rigoros mit Kameras überwacht. Einmal eingeloggt, ist der Zugriff aufs World Wide Web stark beschränkt, egal ob vom Internet-Café oder von zu Hause aus. Seiten wie wikipedia.org oder news.bbc.co.uk werden permanent geblockt. Sämtliche eingegebene URLs sowie alle Netzwerkpakete werden nach unerwünschten Schlüsselworten gefiltert und gegebenenfalls zensiert. Den beiden Künstler Christoph Wachter und Mathias Jud haben einen Weg gefunden, die restriktiven Massnahmen seitens der chinesischen Regierung auszuhebeln. Mit dem Open Source Project «Picidae» (lat. Specht) gehen sie aktiv gegen die Zensur vor. Chinesen, die via picidae.net URLs aufrufen, kommen auch an gesperrte Inhalte. Der Trick scheint einfach, ist aber sehr effizient. «Ungehorsame» brauchen lediglich die gewünschte Webseite via picidae.net aufzurufen. Anschliessend erhält der Leser eine Bildversion der vermeintlich gesperrten Seite, die so problemlos den chinesischen Firewall passiert. Auch weiterführende Links können angeklickt werden.....