Zur Jahresmitte glänzt der Online-Einzelhändler mit einem kräftigen Gewinnsprung: Das Unternehmen konnte seinen Überschuss im zweiten Quartal mehr als verdoppeln. Besonders kräftiger Umsatzbringer: das Ausland. Nachbörslich gab die Aktie jedoch nach.
Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon hat nach einem unerwartet kräftigen Gewinnsprung zur Jahresmitte seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr angehoben. Der US-Konzern konnte den Überschuss im zweiten Quartal auf 158 Mio. $ mehr als verdoppeln.
Der Umsatz stieg auch dank eines starken internationalen Geschäfts um 41 Prozent auf 4,1 Mrd. $. Das teilte Amazon am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Seattle im Bundesstaat Washington mit. Der Konzern hatte als Reaktion auf den Konjunkturabschwung in den USA seine Preise gesenkt, um mehr Käufer anzulocken.
Der schwache Dollar steuerte einen Gutteil zum Umsatzwachstum außerhalb des US-Heimatmarktes bei. Amazon erzielt mittlerweile 47 Prozent der Erlöse im Ausland. Deutschland zählt zu den größten Auslandsmärkten des Konzerns.
Mit Blick auf hohe Einmalgewinne relativieren sich die Zahlen allerdings: So verbuchte das Unternehmen Sondereinnahmen von 53 Mio. $ aus dem Verkauf seines DVD-Verleihgeschäfts in Europa. "Wenn man den Sonderposten herausrechnet, liegen die Zahlen etwa im Rahmen der Erwartungen", sagte Analyst Dan Geiman von McAdams Wright Ragen. Die Amazon-Aktie legte nachbörslich zu, drehte dann aber ins Minus.
Im dritten Quartal rechnet der Internet-Einzelhändler mit einem Umsatz von 4,2 bis 4,43 Mrd. $ und liegt damit im Rahmen der durchschnittlichen Analysten-Prognosen.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein etwas stärkeres Umsatzwachstum auf bis zu 20,1 Mrd. $. Zuvor hatte Amazon 19,1 bis 20 Mrd. $ in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis soll den Unternehmensplänen zufolge nur noch 40 Prozent auf 920 Mio. $ steigen. Bei seinem letzten Ausblick hatte Amazon noch bis zu 940 Mio. $ angepeilt.
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