Eine Zerschlagung des Arcandor-Konzerns (ehemals Karstadt-Quelle) scheint unausweichlich und mehr als 50.000 Mitarbeitter bangen um ihre Jobs. Nun erhebt der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg sehr schwere Vorwürfe gegen die Ex-Konzernlenker.
Görg wirft den Bossen Ausplünderung des Konzerns, Verschwendung von Geldern und Insolvenzverschleppung vor. Ein Statement von Görg bedarf eigentlich keinen weiteren Kommentars: "... es sei erstaunlich lange gelungen, den Staub aus den Ecken zu kehren und auch den noch zu Liquidität zu machen. In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört. ... Das habe ich noch nie erlebt."
An den Pranger stellte der Insolvenzverwalter auch die gigantischen Spesenrechnungen, weshalb er auch Klagen gegen die Manager prüfen läßt. Zwar nennt Görg keine Namen, doch es ist klar, dass sich seine Kritik vor allem gegen den Strahlemann Thomas Middelhoff richtet. Der 56-jährige Middelhoff hatte den Chefposten bei Arcandor von mai 2005 bis Februar 2009 inne. Seine Majestät, so sein Spitzname, kappte das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und die freien Tage der Mitarbeiter. Middelhoff selbst allerdings gab das Firmengeld in vollen Zügen aus. Die Nutzung teurer privatjets selbst für sehr kurze Strecken (etwa Düsseldorf - Paderborn) war keine Seltenheit. Das alleine kostete Arcandor Millionen, die zur Zeit bitter nötig wären.
Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Middelhoff wegen Untreue zu Lasten von Arcandor.
![]()
![]()

Kommentare (Neueste zuoberst)
Kommentar hinzufügen